Viele Hände, ein Begegnungsraum: Chancengleichheit für digitale Bildung – ein Versuch

Die Tablets wurden sowohl in den Unterrichtsalltag integriert als auch für Projektarbeiten genutzt und ermöglichten so allen SuS und Lehrkräften schulzweig-, klassen- und fächerübergreifend gleichermaßen digitale Bildungserfahrungen. Dies war erklärtes Ziel, denn die Alfred-Wegener-Schule Kirchhain liegt in einer eher strukturschwachen Gegend Mittelhessens und verfügt über eine nicht mehr zeitgemäße technische Infrastruktur; die Schülerschaft hat ein überwiegend nicht-akademisches Umfeld.

Einsatz der digitalen Unterrichtsmittel

Abhängig von der Lerngruppe und dem Unterrichtsgegenstand setzten wir alle Komponenten der SAMSUNG SCHOOL SOLUTION ein. Schwerpunkt bildete die Nutzung des Tablets selbst sowie das interaktive Display. Vorhandene Software wie GeoGebra, Coach’s Eye, Bild- und Tonbearbeitung, Textverarbeitung über S Note, Verlagsangebote sowie Recherche- und Präsentationstools wurden genutzt und bedarfsgerecht durch eigene Downloads ergänzt.

Die Umsetzung

Viele SuS dieser Altersgruppe legen Literatur gegenüber oft keine sehr offene Haltung an den Tag. Fad, öde und langweilig sind gängige Assoziationen. Literatur wird gleichgesetzt mit „alt“, „unmodern“ und somit „irrelevant“ für die eigene Lebenswelt. Gleichzeitig lassen sich viele vom gedruckten Wort einschüchtern und gehen fälschlicherweise davon aus, sie als Leserschaft könnten gar nichts zur Erschließung beitragen. Dieses Spannungsfeld aufzulösen und SuS Literatur sinnstiftend und handlungsorientiert näher zu bringen, war Anliegen des Teilprojekts „Shakespeare’s Sonnets 2.0“.Bei diesem Teilprojekt wurden Sonette von William Shakespeare mit Hilfe der Tablets analysiert und interpretiert. Dazu wurde zunächst ein Sonett, das Sonett 18, exemplarisch in der Klasse behandelt. Dann durften die SuS selbst jeweils ein Sonett wählen, zu welchem sie eine audio-visuelle Interpretation des Inhalts produzierten. Die SuS arbeiteten dabei frei über mehrere Schulstunden an ihren Umsetzungen, am Ende wurden alle Ergebnisse gemeinsam im Plenum gesichtet und besprochen.

Ergebnisse

Der deutlichste Erfolg war der von den SuS nachdrücklich geäußerte Wunsch, die Tablets mögen an die Schule zurückkehren. Die inhaltliche Qualität und Kreativität der Produkte in den Teilprojekten beeindruckte SuS und Lehrkräfte gleichermaßen. Wir konnten – entgegen mancher Befürchtungen im Vorfeld – bei den SuS eine immense Motivationssteigerung und Aufmerksamkeitsbündelung beim Einsatz der Tablets beobachten. Vorhandene Berührungsängste auf SuS- und Lehrerseite wurden schnell abgebaut. Im Laufe des Projektzeitraums stieg die Nachfrage nach Nutzung der Tablets seitens der Lehrkräfte deutlich, sodass die Offenheit gegenüber neuen Medien im Unterricht klar gefördert wurde. Die Zuverlässigkeit der Technik trug insgesamt zur effizienten Nutzung der Unterrichtszeit bei.

Weitere Projekte