Schüler des Lessing-Gymnasiums Karlsruhe bringen Samsungs Gear 360 hoch hinaus

Flugballon liefert beeindruckende Bilder der Stratosphäre

Die Arbeitsgemeinschaft Tüfteln & Forschen des Lessing-Gymnasiums in Karlsruhe bietet Schülern, die ein besonderes Interesse an naturwissenschaftlichen oder technischen Fragestellungen haben, die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen. In ihrem jüngsten Projekt wagte das Team Stratos der AG den Versuch, einen selbstgebauten Flugballon in die Stratosphäre zu schicken, um beim Aufstieg neben Messwerten für Temperatur und Luftdruck auch Bilder der Erde aus der Vogelperspektive aufzunehmen. Samsung Electronics unterstützte sie dabei, denn Gipfelstürmer brauchen eine gute Ausrüstung.

 

Werkeln und Programmieren - Bau des Stratosphärenballons

Bevor es hoch hinaus ging, stand für das Team Stratos eine Menge Arbeit an. Auch wenn auf einen
handelsüblichen Wetterballon mit Fallschirm zurückgegriffen werden konnte, musste der Behälter für die eigentliche Nutzlast erst einmal konzipiert, gebaut und mit Sensoren zur Erfassung der Umweltmesswerte, GPS-System sowie der Samsung Gear 360 bestückt werden. Um die sensible Bordfracht gegen die rauen Bedingungen in der Höhe sicher zu schützen, fertigten die Schüler mit Hilfe des schuleigenen Lasercutters einen Behälter aus Sperrholz an und isolierten ihn mit Styroporplatten. Neben handwerklichem Geschick war vor allem Fingerfertigkeit an der Computertastatur gefragt. Die Sensoren zur Erfassung der Wetterdaten wurden über einen Arduino Mikrokontroller angesteuert, den die Schüler selbst programmierten.

Ready For Take Off

Am 16.07. war es so weit. Nachdem die Genehmigung der Luftfahrtbehörde und die Freigabe der Deutschen Flugsicherung erteilt wurden, stand der Start unmittelbar bevor. Mit der sogenannten „Notice to Airmen“, in der die Nutzer des Flugraums über Änderungen im Flugverkehr informiert werden, wurde es ernst. Unter Anleitung ihres Lehrers simulierten die Schüler mögliche Flugbahnen und berechneten die genaue Füllmenge Ballongas, um die Nutzlast an ihrem Fallschirm in unbewohntem Gebiet landen zu lassen. Auf der Homebase, dem Schulhof des Lessing Gymnasiums, wurde der Ballon schließlich befüllt und mit bis zu 7 Metern pro Sekunde auf die Reise geschickt.

The Eagle Has Landed

Jede Reise hat ein Ende. Und bei einem Stratosphärenballon endet sie ziemlich abrupt. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab, die umgebende Luft wirkt immer weniger stark auf den Ballon und dieser dehnt sich infolgedessen immer weiter aus. Wenn die sogenannte Burst Altitude erreicht ist, platzt er und die Nutzlast rast im freien Fall auf die Erde zu.  Um das Armageddon zu vermeiden, hat Team Stratos dankenswerterweise einen Fallschirm angebracht. Ob die Nutzlast jedoch wohlbehalten am Boden angekommen ist, war wohl eine der quälendsten Fragen, die sich die Schüler nach langen Minuten des Bangens und Wartens stellten, bis das GPS Signal sich bemerkbar machte. Eine Frage, die die Schüler auf dem Weg in den etwa 100 km südlich gelegenen Simonswald bei Furtwangen im Schwarzwald sicher längere Zeit beschäftigt hat. Zum Glück ist alles gut gegangen. Nachdem sich Team Stratos den Weg durch das endlose Dickicht zur Landestelle freigeschlagen hatte, konnte die Nutzlast sicher geborgen werden. Die Kamera ist unversehrt geblieben und hat – dank des bemerkenswerten Pioniergeists von Team Stratos –beeindruckende 360° Aufnahmen von Erde und Sonne, der Burst Altitude und der Landung im Tannendickicht des Simonswaldes mit nach Hause gebracht.

Link zum Projektbericht mit Samsung Gear 360° Video: https://lessing-gymnasium-karlsruhe.de/stratos